Digital die Schulen gestalten - ein Symposium für Schulleitungen

Im Rahmen der Veranstaltung „Schule digital (um-)gestalten“ erhielten Schulleitungen Impulse auf dem Weg zur Realisierung der Digitalisierung in den Schulen.

Schulleiter der Region tagten in der Mälzerei. Am Rednerpult Prof. Dr. Standl, (c) ZSL

Das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) hat im Rahmen einer Veranstaltung das Thema Digitalisierung aufgegriffen und mit dem Titel „Schule digital (um-)gestalten“ für Schulleitungen ein Symposium in der Alten Mälzerei in Mosbach angeboten. Ziel der Veranstaltung in dem historischen Gebäude der Alten Mälzerei war es, Schulleitungen Impulse auf dem Weg zur Realisierung der Digitalisierung in den Schulen zu geben.

 Anja Bauer, Abteilungspräsidentin Schule und Bildung im Regierungspräsidium Karlsruhe, eröffnete mit ihren Grußworten die Veranstaltung. Sie erklärte, wie wichtig es ist, dass Pädagogik und Technik bei der Gestaltung der Digitalisierung in den Schulen Hand in Hand miteinander gehen. „Digitalisierung gehört zum Schulalltag. Aber eine Schule, die sich der damit verbundenen erzieherischen Aufgaben verschließt, würde ihrem Bildungsauftrag nicht gerecht werden“, fuhr sie fort. „Der Bildungsauftrag beinhaltet immer auch, Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung aufzuzeigen und zum Wohl der Kinder und Jugendlichen Entscheidungen zu treffen“. Sie dankte der Stadt Mosbach, an diesem Tag vertreten durch Patrick Davis, Abteilungsleiter Bildung und Generationen, für die Unterstützung der Schulen im Bereich der Digitalisierung durch den Schulträger.

 Dr. Riecke-Baulecke, Präsident des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung, freute sich, dass die Veranstaltung in Mosbach angeboten werden konnte und mit über 100 Teilnehmenden auf eine so große Resonanz gestoßen ist. „Solch eine regionale Veranstaltung ist ganz wesentlich dafür, dass die Unterstützung, die wir als ZSL den Schulen bereitstellen, auch bei diesen ankommt.“ Er betonte weiterhin „wenn die dynamische Transformation zu einer Umgestaltung der Schulen hin zur Digitalität gelingen soll, kommt es maßgeblich auf die Schulleitungen vor Ort an“.

 An dem Tag hatten die Teilnehmenden zahlreiche Möglichkeiten sich mit dem Thema der digitalen (Um-) Gestaltung zu beschäftigen. Neben der Keynote von Herrn Prof. Dr. Bernhard Standl, dessen Schwerpunkt in der empirischen Forschung der Gestaltung des informatischen und des digitalen Lernens zu sehen ist, gab es Foren mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Austauschmöglichkeiten. In seinem Hauptvortrag wies Herr Prof. Dr. Standl darauf hin, wie sehr die voranschreitende Digitalisierung den Alltag prägt und Internet, soziale Medien und Online-Tools aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken sind. Er betonte „um diese angemessen, wirksam und nachhaltig mit der Schulrealität zusammenzuführen, braucht es Orientierung und Strategien für die gemeinsame Entwicklung einer Wissensbasis, insbesondere auf Grundlage langlebiger Konzepte der Informatik.“

 Im Anschluss konnten sich die Schulleitungen in verschiedenen Foren austauschen. Die Digitalisierung an Schulen bringt vielseitige Herausforderungen, lässt aber auch neue Potenziale entdecken und entfalten. Sie ist ein Prozess in der Schulentwicklung. Fragen wie „Wie kann das ganze Kollegium in die Schulentwicklung eingebunden werden?“ oder „Welche Modelle können Schulen bei der Umgestaltung helfen und diese unterstützen?“ wurden ebenso aufgegriffen, wie konkrete Informationen zum landesweiten Angebot DAKORAplus - individuelle Förderung und Lernbegleitung im Schulalltag digital ermöglichen - gegeben wurden. Darüber hinaus stellte sich die Hardbergschule Mosbach als teilnehmende Schule im Projekt des ZSL „Zukunftsschulen - Lehren und Lernen in einer Kultur der Digitalität“ vor. Die Teilnehmenden erhielten hier einen umfassenden Einblick in die digitale Arbeit der Schule. Der Tag wurde durch einen Vortrag von Jan Hambsch, Leiter des SMZ Karlsruhe, mit konkreten Erfahrungen in der Umsetzung der Digitalisierung an einer beruflichen Schule abgerundet.

 Von dem Einblick in das Fortbildungs- und Unterstützungsangebot für die Schulen zeigte sich Patrick Davis, Abteilungsleiter Bildung und Generationen, begeistert. „Innerhalb der letzten Jahre hat es die Stadt Mosbach als Schulträger geschafft, das Thema Digitalisierung auch mittels der verschiedenen Förderprogramme weiter zu forcieren. Als eine von zwei Einrichtungen im damaligen Oberschulamtsbezirk Karlsruhe wurde die Waldsteige Grundschule bereits im Schuljahr 2004/05 als Modellschule ausgewählt und mit einem Betrag in Höhe von fast 40.000 € für die Anschaffung von Hard- und Software gefördert. Die Grundschule Diedesheim ist eine von zwei Referenzschulen im Neckar-Odenwald-Kreis, welche im Rahmen des LMZ-Projekts „Medienbildung in der Grundschule“ 2017 aufgerüstet wurde. Aktuell ist unsere Hochbauabteilung an mehreren Schulen aktiv, um die digitale Infrastruktur weiter auszubauen -  beispielsweise an der Pestalozzi-Realschule, welche momentan komplett saniert wird, aber auch am Auguste-Pattberg-Gymnasium werden aktuell neue Verkabelungen verlegt. Besonders wichtig ist mir an dieser Stelle zu erwähnen, dass wir uns mit all unseren 12 Schulen im engen Austausch befinden und gemeinsam in einer Arbeitsgruppe unser weiteres Vorgehen im Sinne der Digitalisierung erarbeiten. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, die heterogene Hardwarelandschaft an den Schulen mit Hilfe einer gemeinsam zu erarbeitenden Rahmenvereinbarung sukzessive zu vereinheitlichen und die Beschaffung von neuer Hardware künftig zu vereinfachen. Dadurch können wir nicht nur monetäre Anreize schaffen, sondern auch den Support effizienter gestalten. Denn eines ist allen Beteiligten klar, nur gemeinsam können wir die bevorstehenden Herausforderungen meistern.

 Das Fazit der ZSL Regionalstelle Mannheim und das der anwesenden Schulleitungen war durchweg positiv. „Es ist gut zu sehen, wie die landesweiten wissenschaftlich fundierten Konzeptionen des ZSL bei den Schulen ankommen und umgesetzt werden. Damit steigern wir die Qualität an Schulen, was letztendlich jedem Schüler, jeder Schülerin zugutekommt.“

(Erstellt am 24. November 2022)