Tag des offenen Denkmals am 13. September: Vom Gutleut- bis zum Tempelhaus

Zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals haben auch in Mosbach zahlreiche historischen Orte und Denkmäler ihre Türen geöffnet und laden zu kostenlosen Führungen ein.

Am Sonntag, den 13. September lädt der Tag des offenen Denkmals“ unter dem Jahresthema „NetzWERKE – Denkmale und Infrastruktur“ wieder zum Besuch zahlreicher interessanter Bauten und Denkmäler ein. Denkmale sind nicht nur Zeugen vergangener Geschichten ihrer Bewohner und Erbauer. Ihre Bausubstanz steckt auch voller Beweismittel. Historische Narben, Ergänzungen und Weiterentwicklungen erzählen viel über ein Bauwerk und seine Nutzer.
 
Im Rahmen des bundesweiten Kulturevents öffnen auch in Mosbach mehrere historische Orte und Denkmale ihre Türen für kostenlose Führungen.
 
Die Gutleutanlage etwas außerhalb der Altstadt ist mit dem Elendshaus, der Gutleutkapelle (Foto unterhalb) und dem Gutleuthaus ein lohnenswertes Ziel. Die Anlage zählt zu den besterhaltenen ihrer Art in Baden-Württemberg. Zahlreiche mittelalterliche Wandmalereien und Rötelzeichnungen, die vermutlich von Pilgern stammen, sind im Innenraum der Kapelle zu finden. Gästeführerin Christa Marx-Theodorou leitet um 14 Uhr eine Führung an. Adresse: Kapellenweg 5.
 
Am jüdischen Friedhof erzählt Gästeführer Alfred Haberstroh vom leidgeprägten Leben unserer jüdischen Mitbürger, über ihre Emanzipation im 19. Jahrhundert bis hin zum Synagogenbrand und zur Deportation ins Internierungslager Gurs in Südfrankreich. Männliche Besucher werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen. Treffpunkt ist um 15 Uhr am jüdischen Friedhof im Kapellenweg.
 

Die Stiftskirche St. Juliana (Foto ganz oben) zählt zu einer von insgesamt vier erhaltenen Simultankirchen in ganz Baden-Württemberg und ist eine wahre Rarität. 1708 wird sie erstmals als solche erwähnt und birgt heute im Chorraum den katholischen Teil mit seiner barocken Kanzel und seinem barocken Altar sowie die Grabplatte der Pfalzgräfin Johanna. Im Langhaus, dem evangelischen Teil der Kirche, zieren beeindruckende Fresken und ein Hallenlettner den Raum. Gästeführerin Christel Marmann nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise zu einem der bedeutendsten Bauwerke Mosbachs. Treffpunkt ist um 11:30 Uhr am Kirchplatz (Eingang Stiftskirche).
 
Die Kirche St. Cäcilia wurde 1935 geweiht und befindet sich auf einem Teilstück des ehemaligen Schlossgartens. Der Stil der neuen Sachlichkeit stammt vom Architekten Hans Herkommer. Hier findet eine Führung mit Anita Schneider um 14:30 Uhr statt. Treffpunkt ist vor der Kirche am Franz-Roser-Platz.
 
Im Stadtteil Neckarelz hat das Tempelhaus (Foto unterhalb) von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Von 1300 bis 1350 war diese im Besitz des Johanniterordens. Bei dem seit dem späten 16. Jahrhundert als Tempelhaus bezeichneten Gebäude handelt es sich nach der Burg Lohrbach um das zweitälteste Bauwerk in Mosbach und um die einzige in ihrer authentischen Form erhaltene Johanniterburg in Baden-Württemberg. Zu den Kunstschätzen des als katholische Kirche genutzten Tempelhauses zählt der Conradusstein, eine Grabplatte aus der Zeit um 1300 und viele weitere sehenswerte Objekte. Um 13, 14, 15 und 16 Uhr bieten Richard Zöller und Horst Uhl insgesamt vier Führungen an. Adresse: Johannitergasse in Neckarelz.

Einen schönen Abschluss am Tag des offenen Denkmals bietet die katholische Kirche „St. Paulus“ im Stadtteil Lohrbach. Gebaut wurde die Kirche nach dem alttestamentlichen Gedanken: Gott hat sein Zelt unter uns aufgeschlagen. Ab 13:30 Uhr werden im Pfarrsaal Kaffee und Kuchen durch den Kirchen-, Heimat und Kulturverein Lohrbach e.V. angeboten und um 16 Uhr startet Wolfgang Roth eine sehr interessante Führung zum Thema „Denkmal im Denkmal – vereinigte Denkmale in St. Paulus“. Das besondere Augenmerk wird hierbei auf das historische Sandsteinkreuz in der Kirche gelegt. Adresse: Paulusstraße 1 (beim Friedhof). Im Anschluss an diese Führung findet um 17 Uhr ein Orgelkonzert von Andreas Mayer statt.

(Erstellt am 01. September 2026)